
Was auf Madeira blüht und gedeiht: Die Erdnuss-Kassie
von Martin Nöthe
Madeira hat aus gutem Grunde den Beinamen „Blumeninsel im Atlantik“. Das ganzjährig milde Klima lässt fast alle Pflanzen gedeihen, die in der subtropischen oder tropischen Zone der Erde vorkommen. Kein Wunder, dass viele im Laufe der Zeit zumeist per Schiff nach Madeira verbrachte Pflanzen aus vielen Ländern dieser Welt auf Madeira Fuß fassten. Der Botanische Garten oder der kleine Stadtpark in Funchal unweit der Kirche „Sé“ zeugen davon. Aber auch in freier Natur und in Gärten von Häusern findet man viele Pflanzen/Blumen, die einst eingeschleppt wurden. Eine dieser Blumen ist die Erdnuss-Kassie, auch Erdnussbutter-Kassie, indische Gewürzrinde, Kerzenstrauch oder genannt. Die Pflanze gehört botanisch gesehen zur Ordnung der Schmetterlingsblüten-artigen, zur Familie der Hülsenfrüchtler und zur Unterfamilie der Johannis-brotgewächse.
Der Zusatz „Erdnuss“ rührt von dem erdnussähnlichen Geruch, der von den gelben kerzenähnlichen Blüten mit etwas Fantasie ausgeht. Ihre gefiederten, mit einem weichen Flaum behaarten Blätter riechen intensiv nach Erdnussbutter, wenn man sie berührt, daher der Zusatz „Erdnussbutter“ bei einer Variation der Namensbezeichnungen.
Ursprünglich ist die Kassie im tropischen Afrika beheimatet. Ihre 20-30 cm hohen Blütenkerzen entwickeln sich aus schwarzen Blütenknospen. Dabei öffnen sich nie alle Blüten zeitgleich, sondern zeitversetzt nacheinander. Dadurch blüht der Strauch viele Wochen, ja oft Monate, und ist deshalb ein beliebtes Zierobjekt für Vorgärten, zumal sie sonnige Standorte liebt. Ab etwa 10ºC faltet die Pflanze die Blätter zusammen, um sich so vor Wärmeverlusten zu schützen. Aus der Blüte werden nach dem Verblühen Schoten mit dem Samen.
Auch in Deutschland kann man Samen der Kassie über den Fachhandel bekommen. Sie ist aber hier nur als Sommerpflanze geeignet oder für Wintergärten, denn sie ist nicht frostfest; nicht verwunderlich für eine ja eigentlich tropische Pflanze.





